Einladung zur Imagination
| 18. September 2010 | bis | 19. September 2010 |
Schwarz-Weiss Fotografien von Georg von Glasow
Einer der Unterschiede zwischen Fotografie und Malerei besteht darin, dass eine Fotografie einen Gegenstand stets identisch abbildet. Der Gegenstand selbst hinterlässt mit Hilfe des auf ihn fallenden Lichtes eine Spur auf der lichtempfindlichen Schicht des Films. Sie zeigt, wie das Licht den Gegenstand getroffen hat.
Das gemalte Bild ist keine identische Wiedergabe, sondern eine Interpretation des Gegenstandes. Ein Foto ist also, auch wenn es so wirken sollte, niemals abstrakt, sondern ein „Bruchstück“ der konkreten Welt.
Fotos, die abstrakt wirken, weil sie von sich aus nichts erklären, fordern mehr noch als gemalte Bilder zu Spekulationen auf. Der Betrachter stellt fest, es handelt sich um ein Foto, und möchte, sofern ihn die Form anspricht, das Bild identifizieren und herausfinden, welches Stück der materiellen Welt abgebildet worden ist (vgl. Susan Sonntag, Über Fotografie, S. 28ff, Fischer Taschenbuch Verlag).
Dieses Phänomen der erhöhten Aufmerksamkeit mache ich mir zunutze. Es kommt mir nicht darauf an, den Betrachter anzuregen, den abgebildeten Gegenstand zu identifizieren. Vielmehr sollte der Betrachter das Gesehene in sich aufnehmen und seiner Phantasie freien Lauf lassen. Oft stellen sich dann Assoziationen mit eigenen Gedanken, Bildern und Erlebnissen ein, die das Bild im eigenen Inneren neu entstehen lassen.
Da ich während des Kunstspur-Wochenendes nicht anwesend sein kann, würde ich mich über einen Eintrag im Gästebuch freuen, vielleicht mit einem Hinweis auf das Entdeckte.
Georg von Glasow
Tel.: 02054-3379
info@georg-glasow.de
Veranstaltungsort: WEINHAUS GALLIER, TOR2

